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Nun 7135m

Expedition Ladakh 2003

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Im Rahmen des Jubiläums „125 Jahre Bergführerverein Grindelwald“ sollte eine Expedition mit der Besteigung eines „hohen“ Berges organisiert werden.

Schliesslich waren es eine Frau und drei Männer, welche am 20. August 2023 nach Delhi flogen, wo das Abenteuer begann!

v.l.n.r. Hansruedi Gertsch, Präsident des Bergführervereins, Marco Bomio, Bergführer, Pascal Kolly, Gebirgspolizist, Tina Gertsch, Wanderleiterin

Der Flug mit der SWISS dauerte rund 8 Stunden. Kurz vor Mitternacht kamen wir in Delhi an, wurden dort in Empfang genommen und in ein Hotel gebracht.

Der nächste Tag war ausgefüllt mit Sightseeing (Sikh-Tempel) und Besuch beim IMF, der Indian Mountaineering Foundation, wo die Bewilligung für die Expedition eingeholt werden musste und Bekanntschaft mit dem LO (Verbindungsoffizier) geschlossen wurde.

Am nächsten Tag flogen wir nach Leh, der Hauptstadt von Ladakh auf bereits rund 3500 m über Meer.

Etwas Sightseeing und eine Akklimatisationstour auf 4800m standen in Leh auf dem Programm.

Am 24. August starteten wir mit Sack und Pack in einem kleinen Bus und einem Lastwagen nach Kargil, wo wir vorläufig zum letzten Mal in einem Hotel übernachteten. Am 25. August erreichten wir Tangol, wo wir die erste Nacht im Zelt verbrachten.

Am 26. August stiegen wir von Tangol ins rund 1200 Meter höher gelegene Basislager auf ca. 4600m auf. Zahlreiche Träger aus Tangol trugen Material und Essen hinauf.

Am nächsten Tag trugen wir Material zum sogenannten „Crampon-Point“ auf ca. 5100m und kehrten ins Basislager zurück.

Vom „Crampon-Point“ sieht man den weiteren Anstieg über den zerschrundeten Gletscher in der Bildmitte.

Am 28. August begann der erste Aufstieg, welcher uns bis ins Lager 1 bringen sollte. Vorher zelebrierte Tendi mit uns noch eine „Pusa“,

Beim „Crampon-Point“ montierten wir die Steigeisen, Gstältli und Jümar. Den Gletscherabbruch tauften wir „Kleiner Khumbu-Eisfall“.

Lager 1 auf 5470 m liegt auf einen grossen Plateau. Zum ersten Mal sahen wir den Nun aus der Nähe! Am nächsten Tag wanderten wir zum Lager 2 auf 5570m und wieder zurück zum Lager 1, wo wir eine zweite Nacht verbrachten.

Am 30. August begaben wir uns wieder zum Lager 2 und übernachteten auch dort. Am Nachmittag stiegen wir noch bis auf 6000m.

K 2

Nach zwei Nächten im Lager 2 gingen wir wieder zum Lager 1 zurück, deponierten dort Material und stiegen noch bis ins Basecamp ab. Gut Essen und Schlafen waren nun angesagt!

Am 2. September starten wir zum „Gipfelpush“. Als Gipfeltag wurde der 6. September bestimmt. Also 2. September Lager 1, 3. und 4. September Lager 2, 5. September Lager 3 auf 6300m und am 6. September Gipfel und zurück ins Lager 2.

Einzig das Wetter begann etwas zu schwächeln...

Zeitlich verlief alles nach Plan. Wir übernachteten einmal im Lager 1, dann zweimal im Lager 2. Das Wetter war deutlich kühler geworden und Wolken zogen auf. Der Wetterbericht, den wir nur umständlich via Sateliten-SMS erhielten, sah eine klare Nacht vom 5. auf den 6. September vor, ab Mittag dann Wetterverschlechterung.

Unsere Aufstiegsroute war mit der Route der Erstbegeher vor genau 70 Jahren identisch. Sie ist steiler, technisch anspruchsvoller und wegen der NW-Exposition kälter als die „Normalroute“ von Südosten (auf dem Bild von rechts). Letztere war wegen Eisschlaggefahr und einer grossen Spalte nicht begehbar.

Wenige Meter oberhalb Lager 2 begannen die Fixseile. Diese wurden zu Beginn der Saison vor allem von Nepali angebracht.

Lager 3 auf 6300m lag auf einem abschüssigen Geröllband. Ausrutschen verboten!

Das Wetter war garstig, in der Nacht klarte es aber tatsächlich auf und um 2.30 Uhr starteten wir je in Zweierteams Richtung Gipfel.

Nach zwei Stunden zeigte sich, dass noch drei Seilschaften am Aufsteigen waren. Pascal mit Rigzin, Hansruedi mit Tsewang und ich mit Tendi. Die andern sind umgekehrt, zu kalt und zu anstrengend waren die über 800 Höhenmeter, die es noch zu überwinden galt.

Nach rund sechs Stunden erreichten wir endlich den Grat und damit auch die Sonne. Das tat gut, aber der Gipfel, weniger als 100 Höhenmeter und einige hundert Meter entfernt, schien in weiter Ferne...

Nach genau sieben Stunden erreichten wir gemeinsam den 7135m hohen Gipfel des Nun. Ein unbeschreibliches Gefühl! Auch die beiden Ladakhi und Tendi, mein Freund aus Nepal, standen zum ersten Mal auf diesem Gipfel.

Der Abstieg verlief wesentlich zügiger als der Aufstieg. In weniger als zwei Stunden erreichten wir Lager 2. Das Wetter wurde immer schlechter. Am nächsten Morgen stiegen wir bis ins Basecamp ab, wo wir herzlich empfangen wurden.

Am 8. September wurde das Basecamp abgebrochen und wir stiegen ins Tal ab. Eine Unvorsichtigkeit des indischen Verbindungsoffiziers zeigte, dass einem auf solchen Expeditionen auch immer etwas Unschönes passieren kann. Er hatte noch Glück im Unglück: Die Erfrierungen hatten keine schlimmere Folgen.

Am 10. September erreichten wir wieder Leh. Nach einem schönen Führer- und Trägerfest mit gutem Essen und etwas Sightseeing kehrten wir alle wohlbehalten am 12. September in die Schweiz zurück.